Viele Programme zur Gesundheitsförderung scheitern im Alltag von Unternehmerinnen und Unternehmern an ihrer eigenen Komplexität. Zu viel Theorie, zu wenig Umsetzbarkeit. TRION 90 verfolgt einen anderen Ansatz: ein klar strukturierter 90-Tage-Rahmen, der Körper, Arbeitsweise und mentales System gleichzeitig stabilisieren soll. Prof. Dr. Jochen A. Werner spricht über die Entstehung des Programms, die drei zentralen Säulen und darüber, warum echte Prävention nur funktioniert, wenn sie sich dem Führungsalltag anpasst – nicht umgekehrt.
DUP UNTERNEHMER-Magazin: Wie ist das TRION-90-Projekt entstanden – welche Lücken oder Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Longevity haben Sie identifiziert, die Sie mit diesem 90-Tage-Ansatz adressieren wollen?
Prof. Dr. Jochen A. Werner: TRION 90 ist aus einer sehr einfachen, aber ernüchternden Beobachtung entstanden: Wir wissen heute enorm viel über Gesundheit, Prävention und Longevity, und trotzdem setzen es die wenigsten Menschen im Alltag um. Nicht aus mangelndem Willen, sondern weil die Konzepte oft lebensfremd sind.
Nach über 45 Jahren im Krankenhaus, in unterschiedlichsten ärztlichen Rollen, habe ich immer wieder gesehen, dass ein großer Teil des Leidens vermeidbar gewesen wäre, wenn früher angesetzt worden wäre. Wir leben jedoch weiterhin in einer Reparaturmedizin. Wir reagieren erst dann, wenn Krankheiten bereits entstanden sind.
Die eigentliche Lücke liegt nicht im Wissen oder in einzelnen Maßnahmen, sondern im fehlenden Wirkprinzip. Wie gelingt es Menschen mit hoher Verantwortung, ihren Lebensstil vor der Erkrankung zu verändern, realistisch, alltagstauglich und nachhaltig?
TRION 90 ist die Antwort auf genau diese Frage. Ein klar strukturierter 90-Tage-Rahmen, der nicht idealtypisch denkt, sondern sich an den realen Lebensbedingungen orientiert. TRION 90 hat zum Ziel, Routinen zu etablieren, bevor es zur Koronarsportgruppe oder zur onkologischen Therapie kommt.
TRION 90 basiert auf den drei Säulen biochemische Stabilität, organisationale Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit & Resonanz. Wie ordnen Sie diese Säulen in der Praxis ein und wie tragen sie gemeinsam zu nachhaltiger Gesundheit bei?
Werner: Die drei Säulen greifen bewusst ineinander – keine funktioniert isoliert dauerhaft.
Die biochemische Stabilität bildet die Grundlage. Energie, Konzentration, Schlaf und Stressverarbeitung sind ohne ausreichende Mikronährstoffversorgung physiologisch nicht zuverlässig möglich. Viele Menschen kompensieren lange, bis der Körper es nicht mehr schafft.
Die organisationale Leistungsfähigkeit adressiert den Alltag: Fokus, Priorisierung, Entscheidungsdruck, Unterbrechungen. Selbst ein gesunder Körper leidet, wenn der Arbeitstag permanent fragmentiert ist und keine Steuerung stattfindet.
Die mentale Gesundheit und Resonanz schließlich betreffen den Umgang mit Dauerbelastung. Verantwortung, Erwartungshaltung und Erreichbarkeit lassen sich nicht abschalten. Aber sie lassen sich regulieren. Hier geht es um innere Stabilität, nicht um Entschleunigung.
Nachhaltige Gesundheit entsteht dort, wo Körper, Arbeitsweise und Nervensystem synchronisiert werden. Genau das ist der Kern von TRION 90.
In welchem Maße unterscheidet sich der Ansatz zur mentalen Gesundheit in TRION 90 von klassischen Stress- oder Resilienzprogrammen? Welche Rolle spielt Resonanz im konkreten Alltag von Unternehmerinnen und Unternehmern?
Werner: Viele klassische Programme setzen bei Techniken an: Atemübungen, Tools, Methoden. Das kann hilfreich sein, greift aber oft zu kurz.
TRION 90 setzt früher an. Nicht bei der Frage: Wie reduziere ich Stress?
Sondern: Wie regulierfähig ist mein System überhaupt? Stress ist für Menschen mit Verantwortung kein Ausnahmezustand, sondern Normalität. Entscheidend ist daher nicht, ob Stress vorhanden ist, sondern wie gut er verarbeitet wird.
Resonanz bedeutet in diesem Kontext: In Verbindung bleiben, mit dem eigenen Körper, den eigenen Grenzen, aber auch mit anderen Menschen. Unternehmerinnen und Unternehmer, überhaupt Menschen mit Verantwortung, verlieren diese Resonanz oft zuerst. Entscheidungen werden mechanischer, Beziehungen funktionaler und die Erholung oberflächlich.
Unser Ansatz zielt darauf, die innere Wahrnehmungsfähigkeit wieder zu stärken. Mentale Stabilität entsteht, wenn das Nervensystem aus der Daueraktivierung in einen regulierten Zustand zurückfindet. Erst dann werden Erholung, Klarheit und gute Entscheidungen möglich.
Was sind die konkreten messbaren Ergebnisse, die Sie für die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer am Ende der 90 Tage erwarten – gesundheitlich und in der Führungskompetenz?
Werner: Wir erwarten keine Wunder, aber klare, messbare Veränderungen. Auf gesundheitlicher Ebene erwarten wir stabilere Energie, bessere Schlafqualität, geringere mentale Ermüdung, verbesserte Stressregulation, oft auch weniger Entzündungszeichen und subjektiv mehr körperliche Belastbarkeit.
Auf der Führungsebene erwarten wir klarere Entscheidungen, weniger Reizüberflutung, bessere Selbststeuerung im Alltag, höhere Präsenz in Gesprächen und eine spürbar größere innere Ruhe unter Druck.
Wichtig ist: Es geht nicht um Optimierung, sondern um Stabilisierung. Viele Teilnehmende werden berichten, dass sie sich nach 90 Tagen nicht langsamer, sondern wirksamer fühlen.
Unternehmerinnen und Unternehmer stehen oft unter hohem Zeitdruck. Wie wurde TRION 90 gestaltet, damit es unter realen, anspruchsvollen Arbeitsbedingungen umsetzbar ist?
Werner: Das war der zentrale Design-Gedanke. TRION 90 verlangt keine zusätzlichen Zeitfenster. Es erwartet keine neuen Morgenroutinen oder stundenlangen Übungen.
Die Impulse sind kurz, präzise und in den bestehenden Alltag integrierbar:
zwei bis drei Minuten Video, konkrete Mikro-Veränderungen und situative Unterstützungen genau dann, wenn der Alltag passiert.
Das Programm passt sich dem Menschen an und nicht umgekehrt. Alles andere funktioniert in dieser Zielgruppe schlicht nicht.
Wie greifen medizinisch-wissenschaftliche Begleitung, BIOGENA ONE und Leada im Wochenverlauf konkret ineinander?
Werner: Zunächst will ich darauf verweisen, dass mich Gedanken, wie wir sie jetzt mit TRION 90 umgesetzt haben, im Grunde seit Jahren beschäftigen. Aber ich sah nicht den Lösungsweg, bis es mit den Partnerprodukte und natürlich auch mit den Menschen passte, mit Martin Gratzer von BIOGENA und mit Frank Kübler von SYNC und LEADA. Und so ergab es sich, dass wir drei ein geschlossenes System aufbauen konnten.
BIOGENA ONE sorgt für die körperliche Basis, für eine verlässliche Mikronährstoffversorgung ohne Selbstrecherche oder Experimentieren.
Leada unterstützt die Umsetzung im Alltag. Sie bietet Selbstführung, Entscheidungslogik und Priorisierung, ergänzt durch eine lernende KI-Assistenz, die situativ hilft.
Meine Rolle liegt in der medizinischen Einordnung, der Verbindung zwischen mentaler Stabilität, Prävention und physiologischen Prozessen und in der wissenschaftlichen Begleitung.
Im Wochenverlauf ergänzen sich diese Ebenen kontinuierlich, statt parallel nebeneinander zu laufen.
Was passiert nach Abschluss des Programms, damit die aufgebauten Routinen nicht wieder verloren gehen?
Werner: TRION 90 ist bewusst als Startpunkt konzipiert, nicht als Einmal-Intervention.
Nach 90 Tagen haben sich Routinen etabliert – oder eben nicht. Genau das wird wissenschaftlich erfasst. Auf dieser Basis entwickeln wir Follow-ups, erneute Messungen und weiterführende Begleitangebote.
Es ist für uns entscheidend, Gesundheit nicht als Projekt zu verstehen, sondern als Haltung. TRION 90 soll den Übergang von punktueller Aufmerksamkeit zu nachhaltiger Selbstführung ermöglichen.
