Kolumne

PKV und GKV

Diese teuren Krankenversicherungsfehler sollten Selbstständige unbedingt vermeiden

Rund 60 Prozent der privat Krankenversicherten müssen ab diesem Jahr höhere Beiträge zahlen. Im Schnitt werden 13 Prozent mehr fällig. Wie Selbstständige alltägliche, aber sehr teure Fehler bei der Krankenversicherung vermeiden, weiß Versicherungsexperte Bastian Kunkel.

Auf einem Tisch liegen Pillen, Euroscheine und ein Stethoskop als Symbol für teure Fehler von PKV-Versicherten

09.01.2026

Diese teuren Krankenversicherungsfehler sollten Selbstständige unbedingt vermeiden

Selbstständig sein heißt Freiheit – und Verantwortung. Gerade bei der Krankenversicherung rächt sich Pi-mal-Daumen schneller als Ihnen lieb ist. Aus unserer Beratungspraxis zur privaten Krankenversicherung (PKV) bei Versicherungen mit Kopf wissen wir: Es sind nicht die exotischen Sonderfälle, sondern fünf ganz alltägliche Fehler, die richtig Geld, Nerven und Schutz kosten.

Fehler 1: Einkommen zu niedrig schätzen – Nachzahlung deluxe

Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auf Basis ihres tatsächlichen Gewinns. Melden sie zu wenig, wirkt das erst wie ein Spartipp – bis der Steuerbescheid kommt. Dann fordert die Kasse die Differenz, oft vierstellig. Besser: realistische Vorausmeldung, bei Umsatzsprüngen sofort nachjustieren und Rücklagen für Beitragsanpassungen bilden. Trickserei führt hier nur zu späterem Schmerz.

Fehler 2: PKV-Billigtarif wählen – heute sparen, morgen zahlen

„Erstmal günstig einsteigen, später upgraden.“ Klingt clever, ist riskant. Sparvarianten kommen meist mit Leistungslücken: strenge Heil- und Hilfsmittel­limits, hoher Selbstbehalt, schwache Zahnleistungen, eingeschränkte Arztwahl. Das Upgrade später? Häufig teurer als gedacht – oder scheitert an neuer Gesundheitsprüfung. Wir bei Versicherungen mit Kopf machen das deshalb so: erst Leistungsbild sauber definieren, dann den Beitrag optimieren. Preis folgt Bedarf, nicht umgekehrt.

Fehler 3: Vorschneller PKV-Wechsel ohne Langfristplanung

Die PKV ist kein Jahresabo, sondern eine Entscheidung über Jahrzehnte – mit Alterungsrückstellungen und Beitragsdynamik. Wer wegen eines Starterrabatts wechselt, ohne Einkommen, Familienpläne und Tarifpfade zu prüfen, sitzt in drei Jahren im falschen Boot. Checkliste vor dem Wechsel: Einkommensstabilität, Kinderwunsch, gewünschte Ärzte/Leistungen, Tarifwechseloptionen im Unternehmen und Belastbarkeit bei Beitragssprüngen im Alter. Ohne Plan kein Wechsel.

Fehler 4: Rückwechsel-Mythos – „Zur Not wieder in die GKV“

Der Klassiker am Stammtisch. Für Selbstständige ist der Weg zurück in die GKV oft versperrt. Ohne versicherungspflichtige Beschäftigung und unter bestimmten Altersgrenzen läuft da wenig. Wer mit „Zur Not gehe ich zurück“ kalkuliert, baut auf Sand. Entscheiden Sie sich für oder gegen PKV, weil sie zu Ihnen passt – nicht, weil Sie auf eine Hintertür hoffen.

Fehler 5: Familienkosten unterschätzen – jede Person zählt

In der GKV gibt's eine beitragsfreie Familienversicherung. In der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag – Partner ohne eigenes Einkommen und Kinder inklusive. Das ist nicht schlecht, aber es muss einkalkuliert werden: Leistungen, Selbstbehalte, Beiträge pro Kopf.

So machst Sie es solide

  • Transparenz statt Hoffnung: Einkommen realistisch melden und laufend anpassen.
  • Bedarf vor Beitrag: Leistungswünsche definieren, danach Tarife vergleichen.
  • Langfristdenken: Familie, Altersbeiträge, interne Tarifwechsel realistisch durchspielen.
  • Mythen entsorgen: Rückwechselbedingungen objektiv prüfen – nicht auf Foren hören.
  • Familienblick: Gesamtkosten für alle Personen über mehrere Jahre kalkulieren.

Fazit

Krankenversicherung ist kein Nebenprojekt. Teuer wird’s dort, wo Wunschdenken auf Realität trifft. Wer sauber rechnet, echte Bedürfnisse absichert und langfristig plant, spart am Ende nicht nur Geld, sondern gewinnt Ruhe. Und genau die brauchen Selbstständige für das, was wirklich zählt: ihr Business.

Bastian Kunkel

„Versicherungen mit Kopf“ ist die Markenplattform der VMK Versicherungsmakler GmbH. Gründer und Geschäftsführer ist Bastian Kunkel (Autor von „Total verunsichert“). Die VMK Versicherungsmakler GmbH berät Privatkunden unabhängig von einer Versicherung und digital zu Versicherungen – verständlich, transparent und praxisnah. „Versicherungen mit Kopf“ gehört zu den am besten bewerteten Versicherungsmaklern bei Google in Deutschland