„KI ist nicht weniger als die große industrielle Revolution unserer Zeit“, sagt Mehring im Gespräch. Deutschland könne es sich nicht leisten, diese Entwicklung nur zu beobachten, während die USA und Asien die Technologien der Zukunft prägten. Mehring: „Wir sind ein Land mit hohen Löhnen und Energiepreisen, einer schwindelerregenden Demografie und nahezu ohne natürliche Ressourcen. Unsere einzige Chance liegt darin, voll auf Technologie und Innovation zu setzen. Wir müssen innovativer und kreativer sein als unsere Mitbewerber – und dazu brauchen wir Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz.“
Dabei sieht Mehring KI ausdrücklich nicht als Bedrohung für Beschäftigung, sondern als notwendige Antwort auf den demografischen Wandel. „Deutschlands Arbeitsmarkt verliert in den nächsten zehn Jahren 15 Millionen Babyboomer. Uns gehen die Köpfe aus. Hierzulande muss niemand um seinen Job bangen. Stattdessen müssen wir alles daran setzen, dass KI und Co schnell genug wirken, um unsere Wirtschaft und Verwaltung überhaupt noch funktionsfähig zu halten“, erklärt der Minister. Entscheidend sei, Prozesse intelligenter zu organisieren und Produktivität technologisch neu zu denken.
Im DUP-Videocast beschreibt Mehring Bayern als zunehmend international wahrgenommenen Tech-Standort: „Wir wollen Bayern zu Deutschlands Heimat für Hightech machen.“ Dafür habe der Freistaat massiv in Zukunftstechnologien, KI-Kompetenz, Risikokapital und Programme für den Mittelstand investiert. Zugleich warnt der Digitalminister vor einer negativen gesellschaftlichen Grundstimmung in Deutschland. „Wenn wir wieder Wirtschaftswunder wollen, brauchen wir auch wieder Wirtschaftswunder-Mentalität“, sagt Mehring, und ergänzt: „Deutschland braucht weniger Wutbürger und mehr Mutbürger. Wir müssen endlich wieder weniger jammern und mehr anpacken!“
Das Interview erscheint außerdem in der neuen Ausgabe des DUP UNTERNEHMER-Magazins – ab dem 19. Juni 2026 am Kiosk sowie als Beilage in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
