Strategie

KI-Kompetenz: Wie Cosnova Kreativität und KI verbindet

Der Kosmetikriese Cosnova setzt seit geraumer Zeit verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Es sollen Aufgaben schneller erledigt, aber auch Teams befähigt werden, ihre Arbeit neu zu denken.

Zwei Frauen im Gespräch über KI-Kompetenz im Arbeitsalltag

04.08.2026

Bei dekorativer Kosmetik ist es besonders wichtig, die Bedürfnisse der Konsumen­tinnen und Konsumenten zu erkennen und mit passenden Produkten abzudecken. Constance Stein, Expert GenAI bei Cosnova in Sulzbach im Taunus, der Nummer zwei nach Weltmarktführer L‘Oréal, erklärt es am Beispiel der Anwendung „Product Concept Buddy“: „Die KI-Transformation beginnt nicht mit einem neuen Tool, sondern mit der Frage, wie sich Arbeit konkret verändert. Mit dem ,Product Concept Buddy‘ bringt Cosnova Konsumenten-, Trend- und Awareness-Perspektiven bereits in die frühe Produktentwicklung. Ideen können dadurch früher strukturiert und aus unterschiedlichen Blickwinkeln geprüft werden. Die kreative Entscheidung bleibt beim Team.“ 

Mitarbeiterinnen bei KI vorn

Bei Cosnova wird Künstliche Intelligenz – englisch: Artificial Intelligence, kurz AI – großgeschrieben. Rund 60 Mitarbeitende sind als „GenAI-Cham­pions“ in den Fachbereichen aktiv. Stein: „Dass viele dieser ‚GenAI-Champions‘ Frauen sind, ist in einem Beauty-Unternehmen vielleicht nicht überraschend. Für mich ist aber der wichtigere Punkt ein anderer: KI-Kompetenz darf nicht nur in einem kleinen Expertenteam sitzen. Wir glauben, dass echte Nutzung und Akzeptanz nur entstehen, wenn wir die Organisation breit befähigen.“

Das ist wichtig in einem Unternehmen, das mit knapp 1.000 Mitarbeitenden in diesem Jahr an der Grenze von einer Milliarde Umsatz kratzt und mit Marken wie Essence und Catrice in rund 90 Ländern rund um den Globus Geschäfte macht. Stein erläutert: „Wir brauchen Menschen in den Fachbereichen, die KI nicht nur ausprobieren, sondern einordnen können. Unsere ‚GenAI-Champions‘ helfen uns bei der Beantwortung von Fragen wie ,Was hilft wirklich? Was verändert einen Workflow? Wo entstehen Risiken? Wo braucht es menschliche Entscheidung?‘. Dass viele Frauen diese Rolle übernehmen, ist auch deshalb spannend, weil KI oft sehr technisch erzählt wird. Gerade deshalb sollten die Menschen mitgestalten, die nah an Marke, Produkt, Konsumentinnen und Konsumenten sind. Es geht nicht darum, KI nur anzuwenden. Es geht darum, die Entwicklung sinnvoll, verantwortungsvoll und aus der Praxis heraus mitzuprägen.“

Bei Cosnova wird bei KI Tool-Offenheit propagiert. Das heißt für Stein nicht, dass jeder irgendetwas macht: „Unsere Ambition ist nicht, möglichst viele KI-Tools einzuführen. Wir wollen KI-Kompetenz so breit verankern, dass Fachbereiche ihre eigenen Workflows fundiert weiterentwickeln können.“

Porträtfoto von Constance

Constance Stein

Sie gehört zu den Köpfen hinter dem GenAI-Aufbau bei Cosnova. Stein bringt Technologie, Fachbereiche und Unternehmensstrategie zusammen. Sie verantwortet die Weiterentwicklung der GenAI-Initiativen. Zuvor arbeitete sie unter anderem bei Philips sowie der Otto Group