Politik

Volker Wissing in Peking: große Bühne, kleine Botschaft

Beim Chinese-German European Hidden Champions Forum in Peking hätte Volker Wissing ein starkes Signal setzen können: für Europas technologische Stärke, für KI, Industrie, Hidden Champions und eine selbstbewusste Partnerschaft mit China.

Foto von Volker Wissing in China während eines Vortrags

26.05.2026

Stattdessen blieb seine Rede blass. Viel Zusammenarbeit, viel Innovation, viel Mittelstand, viel grüne Transformation. Aber kaum Substanz. Keine klare Strategie. Keine starke These. Kein Satz, der hängen bleibt.

Gerade von einem früheren Bundesminister für Digitales und Verkehr hätte man mehr erwarten dürfen. Wissing hätte erklären können, wie Deutschland seine Hidden Champions ins KI-Zeitalter führt. Wie Europa zwischen chinesischer Skalierungskraft und amerikanischer Plattformmacht bestehen will. Und welche Spielregeln eine faire Kooperation mit China braucht.

Doch diese Chance blieb ungenutzt.

Dazu passt ein Eindruck, der in der KI-Szene schon länger kursiert: Nach Darstellung von Teilnehmern soll Wissing bei einer früheren Podiumsdiskussion gebeten haben, lieber nicht zu KI-Themen befragt zu werden, sondern über Verkehrspolitik zu sprechen.

Ob Peking oder Podium: Das Muster wirkt vertraut. Große Überschriften, wenig Tiefe. Deutschland redet über KI, Digitalisierung und industrielle Zukunft. Aber zu oft fehlt der Mut zur klaren Botschaft.

Am Ende stand eine Rede voller Allgemeinplätze. Für diese Bühne war das zu wenig. Für einen ehemaligen Digitalminister erst recht.