Künstliche Intelligenz

Gitta Connemann: „Menschliche Kreativität bleibt das Premiumprodukt“

Gitta Connemann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hat die Kultur- und Kreativwirtschaft als zentrale Zukunftsbranche für Deutschland bezeichnet. In ihrer Keynote auf dem German Creative Economy Summit (GCES) in Hamburg betonte sie, Kreativität sei kein Luxus, sondern ein eigenständiger Wirtschaftsfaktor mit erheblicher Wertschöpfung und identitätsstiftender Kraft.

Porträt von Gitta Connemann während eines Vortrags

29.04.2026

Kreativwirtschaft soll Innovationsmotor für Deutschland werden

Besonders deutlich positionierte sich Connemann (CDU) zum Thema Künstliche Intelligenz. KI verändere die Spielregeln der Kreativwirtschaft fundamental, eröffne aber zugleich große Chancen. Ihre Kernbotschaft: Technologie müsse als Werkzeug verstanden werden – nicht als Ersatz für den Menschen. „KI kann Texte generieren. Aber KI kann keine Sehnsucht fühlen“, sagte Connemann. „Menschliche Kreativität bleibt das Premiumprodukt.“

Die Bundesregierung wolle die Kultur- und Kreativwirtschaft wieder stärker in den Fokus rücken. Gemeinsam mit dem Kulturstaatsminister und dem Finanzministerium solle die Branche enger eingebunden werden. Geplant seien weitere Dialogformate, Workshops und eine stärkere ressortübergreifende Koordinierung.

Was KI laut Gitta Connemann nicht ersetzen kann

Connemann machte deutlich: Deutschland könne sich nur erneuern, wenn Kreativität, Technologie und Unternehmertum zusammengedacht würden. Die Kreativwirtschaft sei dabei nicht Begleitmusik, sondern Innovationsmotor.

Beim GCES 2026 dominierten vor allem fünf KI-Themen: Geschäftsmodelle, Urheberrecht und faire Vergütung, KI-Kompetenz für Soloselbstständige und kleine und mittlere Unternehmen, politische und regulatorische Rahmenbedingungen sowie die Frage, wie kreative Arbeit und Wertschöpfung im digitalen Wandel geschützt und neu organisiert werden.

Die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschaftet aktuell rund 200 Mrd. Euro jährlich, derzeit sind etwa 2,8 Millionen Menschen dort beschäftigt.