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Tim Höttges: KI ist Europas Chance, aus dem Nebelmeer zu kommen

Beim BIG BANG KI FESTIVAL sprach Telekom-Chef Tim Höttges über Europas Position im internationalen KI-Wettlauf. Seine Botschaft: Deutschland und Europa dürfen nicht abwarten, sondern müssen Künstliche Intelligenz mutig einsetzen, eigene Infrastruktur aufbauen und dafür sorgen, dass der Nutzen bei den Menschen ankommt.

KI bei der Telekom: Foto von Tim Höttges auf der Bühne des BIG BANG KI FESTIVALS

29.09.2026

Europa im „Nebelmeer“ der KI

Tim Höttges beginnt seinen Talk mit einem Bild von Caspar David Friedrich: dem „Wanderer über dem Nebelmeer“. Es beschreibt für ihn ziemlich genau die Situation Europas angesichts der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Die Chancen seien enorm, gleichzeitig herrsche Unsicherheit darüber, welchen Weg Deutschland und Europa einschlagen sollten.

Während in den USA massiv in KI, Rechenzentren und Infrastruktur investiert werde, gehe China einen anderen Weg und verbinde KI stärker mit industrieller Produktion und Robotik. Europa müsse deshalb aufpassen, nicht dauerhaft hinterherzulaufen. „Wenn er stehen bleibt, dann wird es irgendwann dunkel“, sagt Höttges mit Blick auf den Wanderer.

KI als Produktivitätsbooster für Unternehmen

Für die Deutsche Telekom sieht Höttges KI deshalb nicht als Bedrohung, sondern als große Chance. Das Unternehmen setzt die Technologie bereits in zahlreichen Bereichen ein – vom Mobilfunknetz über Softwareentwicklung bis hin zu Kundenservices.

So sorgt KI bei der Telekom laut Höttges bereits für Produktivitätsgewinne in der Netzinfrastruktur. Systeme erkennen Anomalien im Mobilfunknetz und können die verfügbaren Kapazitäten automatisch anpassen. Auch beim Programmieren kommt KI zum Einsatz: Ein wachsender Anteil des Codes soll künftig von KI generiert werden.

Dabei geht es Höttges nicht nur um Effizienz. KI müsse für die Menschen einen konkreten Nutzen schaffen, etwa indem sie Arbeitskräftemangel ausgleicht, Produktivität erhöht oder medizinische Versorgung unterstützt.

Europas KI-Souveränität braucht eigene Infrastruktur

Ein weiterer Schwerpunkt seines Talks ist die digitale Souveränität. Die Telekom baut nach eigenen Angaben eigene KI-Infrastruktur auf und will damit Unternehmen in Deutschland und Europa ermöglichen, KI souverän zu nutzen.

Gleichzeitig warnt Höttges davor, KI ausschließlich als Wettbewerb zwischen Unternehmen oder Staaten zu betrachten. Entscheidend sei vielmehr die Frage, wem die Technologie am Ende nutzt und wie ihr Nutzen verteilt wird. Trotz aller Sicherheitsfragen plädiert er deshalb dafür, die Entwicklung aktiv mitzugestalten. KI müsse sicher sein und unter menschlicher Kontrolle bleiben – dürfe aber nicht zum Selbstzweck werden.

Sein Appell an Deutschland und Europa: mutiger werden, investieren und die Chancen von KI tatsächlich nutzen. Denn wer im „Nebelmeer“ stehen bleibt, riskiert laut Höttges, den Anschluss zu verlieren.

Im vollständigen Talk beim BIG BANG KI FESTIVAL spricht Tim Höttges darüber, wie die Telekom KI bereits einsetzt, warum Europa eigene KI-Infrastruktur braucht und weshalb er sich ein mutigeres Deutschland wünscht.

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