BIG BANG TECH REPORT PODCAST

KI-Schock statt Wachstum? Warum billige Intelligenz ganze Branchen bedroht

In der neuen Folge des BIG BANG TECH REPORT diskutieren Jens de Buhr und Alvin Wang Graylin, warum nicht bessere KI-Modelle die größte Disruption auslösen – sondern ihr rasanter Preisverfall. Und weshalb selbst Tech-Giganten unter Druck geraten könnten.

Thumbnail der 7. Episode des BIG BANG TECH REPORT Podcasts

26.02.2026

Wenn Intelligenz zur Commodity wird

Künstliche Intelligenz galt lange als Wachstumstreiber. Doch was passiert, wenn Intelligenz plötzlich im Überfluss verfügbar ist – und kaum noch etwas kostet? Genau diese Frage steht im Zentrum der aktuellen Folge des BIG BANG TECH REPORT.

Die These: Wir stehen nicht vor einem klassischen Innovationszyklus, sondern vor einem möglichen ökonomischen Kipppunkt. Wenn sich die Kosten für KI dem Preis von Strom annähern, verändern sich nicht nur Geschäftsmodelle, sondern ganze Marktmechaniken.

Bislang basierte Wettbewerb in der Tech-Welt stark auf überlegener Technologie. Doch laut Graylin und de Buhr verschiebt sich diese Logik fundamental: Der eigentliche Gamechanger ist nicht mehr die Qualität von Modellen, sondern der Preis für ihre Nutzung.

Sinkende Kosten könnten dazu führen, dass KI-Agenten Aufgaben autonom übernehmen – von Softwareentwicklung bis hin zu komplexen Dienstleistungen. Wertschöpfung verlagert sich damit weg von klassischen Softwarelösungen hin zu skalierbaren, KI-getriebenen Systemen.

Warum etablierte Geschäftsmodelle unter Druck geraten

Diese Entwicklung könnte massive Folgen für etablierte Plattformen haben. Unternehmen wie SAP, ServiceNow sowie Zahlungsanbieter wie Mastercard und Visa stehen vor der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle neu zu denken.

Denn wenn KI nicht nur unterstützt, sondern eigenständig agiert, könnten klassische Software-Suiten, Serviceumsätze und Teile der Wissensarbeit in großem Umfang substituiert werden.

Droht eine „Global Intelligence Crisis“?

Besonders brisant: Eine viel diskutierte US-Studie prognostiziert bis 2028 eine mögliche „Global Intelligence Crisis“. Die Logik dahinter ist ebenso simpel wie beunruhigend: Automatisierung führt zu Jobverlusten, sinkende Einkommen drücken die Nachfrage und verstärken so die wirtschaftliche Abwärtsspirale.

Damit rückt eine neue zentrale Frage in den Fokus: Nicht mehr, wer technologisch führt, sondern ob Wirtschaft und Politik in der Lage sind, mit allgegenwärtiger, günstiger und geopolitisch umkämpfter Intelligenz umzugehen.

Die siebte Folge des BIG BANG TECH REPORT macht deutlich: KI ist nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine ökonomische Disruption. Wer weiterhin in klassischen Produkt- und Lizenzmodellen denkt, könnte schneller unter Druck geraten, als erwartet.