Gleichstellung

Frauen in Führungspositionen: Deutschlands stille Lücke

Frauen tragen die Wirtschaft entscheidend mit – doch an der Spitze bleiben sie immer noch die Ausnahme. Erkenntnisse, wie sich das ändern ließe, fehlen nicht, aber es hakt bei der Umsetzung.

Porträtfoto einer Frau in Businesskleidung, als Symbolbild für das Thema Frauen in Führungspositionen

13.04.2026

1. Führungslücke im Mittelstand

Von Frauen geführte Mittelständler beschäftigen hierzulande rund 3,3 Millionen Menschen, das entspricht zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand. Die Unternehmen erzielen insgesamt 435 Milliarden Euro Umsatz, etwa acht Prozent der Gesamtumsätze des Mittelstands.

2. Seltene Chefinnen

Bundesweit kommen 75 weibliche Führungskräfte auf je 10.000 Einwohnende, während es bei den Männern 380 sind. Am höchsten ist die Quote der weiblichen Führungskräfte in Hamburg. Dort sind es 134 je 10.000 Einwohnende. Auf Platz zwei und drei folgen Berlin mit 123 und Brandenburg mit 105.

3. Hürde für Gründerinnen

81 Prozent der Frauen im Start-up-Sektor sehen die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum
als entscheidenden Hebel, um den Anteil von Gründerinnen zu erhöhen. Bei Männern erachten 60 Prozent diesen Aspekt als Voraussetzung, um den Gendergap beim Gründen abzubauen.

4. Frauen für die Finanzen

Frauen in den Vorstandsetagen der im Dax, MDax oder SDax notierten Unternehmen werden besonders häufig als CFOs eingestellt. 40 Prozent der Neuzugänge im Jahr 2024 kümmerten sich um die Finanzen. Als CEO wurde hingegen keine einzige Frau neu berufen.

5. Verantwortung erkannt

89 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass weniger als die Hälfte der IT- und Digitalfachleute in ihrem Betrieb weiblich seien. Gleichzeitig sehen 68 Prozent der Unternehmen die Wirtschaft selbst in der Pflicht, den Frauenanteil zu erhöhen.