Marketing

Bundesweit.digital: Vom Dienstleister zur KI Marketingagentur

Bundesweit.digital hat sich radikal neu erfunden. Mit eigenen Tools, Echtzeit-Daten und klarem Kulturwandel wird Performance-Marketing neu gedacht. Gründer Josh Martinez Hartmann zeigt, warum KI kein Risiko, sondern eine Raketenstufe ist.

Illustration: Ein Mann in Businesskleidung, der auf einer Rakete reitet

17.02.2026

Während viele Agenturen besorgt auf KI blicken, gehen andere offen darauf zu und entdecken so neue Geschäftsfelder. Von vielen Visionären hätte es wohl nur ein spöttisches „Na, dann mal good luck!“ gegeben. 2017 hat Joshua Martinez Hartmann eine relativ klassische Marketingagentur gegründet. Im selben Jahr stellte OpenAI mit GPT-1 sein erstes Sprachmodell vor. Heute steht Martinez Hartmanns Unternehmen Bundesweit.digital für KI-Lösungen, die im Marketingalltag konkret wirken – etwa indem Kampagnen in Echtzeit ausgewertet, Budgets automatisiert angepasst und Entscheidungen konsequent auf Datenbasis getroffen werden. Er nennt diesen Ansatz „Markitech“: Marketing, das dank Künstlicher Intelligenz kreativer und effizienter wird.

Das Konzept ist die Weiterentwicklung von der Performance-Agentur zur Beratung mit eigenen Tools, immer mit der Brille des Marketers. „Wir haben vor dreieinhalb Jahren unsere Strukturen hinterfragt und uns zu einer Agentur mit eigener KI-Software gewandelt“, sagt Martinez Hartmann im DUP Business Talk. Dahinter steht eine grundlegende Veränderung des Mindsets. „Heute steht nicht mehr das ‚Unmöglich‘ im Weg. Man kann mit deutlich weniger Aufwand kreativer sein“, beschreibt er die neue Freiheit. KI hat sein Team und auch seine Kunden befähigt, Ideen umzusetzen, für die früher kein Budget, keine Zeit oder kein Know-how vorhanden war.

KI ist kein Tool – sie ist ein Kultur-switch

Die eigene Transformation war ein harter Lehrmeister. Aus einem Dienstleister für klassische Kampa­gnen wurde ein Softwarepionier. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Den Weg dorthin würde ich heute aber anders gehen“, so der Unternehmer. Anfangs bekam jede und jeder im Team verpflichtend Zugang zu einem KI-Tool. Das führte zunächst zu vielen Unsicherheiten.

Heute rät er Kundinnen und Kunden: „KI ist ein Kultur-Switch. Man muss Mitarbeitende durch Workshops mitnehmen, Beispiele zeigen und kleine Erfolge sichtbar machen.“ Ein zweites großes Learning betraf Datensicherheit und Datenhoheit. „Wir haben die Datenhoheit abgegeben. Die Daten liegen fragmentiert in verschiedenen Tools, Programmierschnittstellen, sogenannte APIs, fehlen“, so seine Bilanz. Wer KI ernsthaft nutzen will, müsse Prozesse visualisieren, Daten zusammenführen und die eigene Infrastruktur neu denken, gern mit externer Unterstützung. Erst dann lohne sich der Schritt in Richtung Automatisierung und intelligenter Assistenten.

Konkret sind daraus zwei Produkte entstanden: „Adfinity“ und „Brian“. „Adfinity“ sorgt für Transparenz und Geschwindigkeit im Performance-Marketing, indem Kampagnen, Kosten und eingehende Leads in Echtzeit sichtbar werden.

Ergänzend liefert das Ads-Tool KI-gestützte Hinweise, die zeigen, wo Budgets effizienter eingesetzt und Anzeigen gezielt optimiert werden können. „Ein totaler Gamechanger. Kein Warten auf Analysen mehr“, fasst Martinez Hartmann zusammen. „Brian“ fungiert als zentraler Datenhub, der unterschiedliche Softwaresysteme miteinander verbindet und Auswertungen per KI-Agent ermöglicht, ohne bestehende Tools aufwendig anzupassen. Controlling, Projektsteuerung und Reporting lassen sich dadurch kontextbasiert abrufen – schneller, konsistenter und fundierter als mit klassischen Einzellösungen.

Damit hat sich Bundesweit.digital auf den ersten Blick selbst torpediert. Eine klassische Beratungsabteilung wurde überflüssig. Martinez Hartmann sieht darin jedoch den Beginn einer neuen Flugbahn. „Jobs fallen nicht weg, Kompetenzen verschieben sich. Aus Beratern werden KI-Trainer“, sagt er. Seine Leitlinie bleibt: „KI sollte nie entscheiden, der letzte Button bleibt menschlich.“ Das Risiko wird zur Triebfeder, der vermeintliche Torpedo zur Rakete umgewandelt. In einem Mittelstand, der KI nicht fürchtet, sondern gestaltet.

Mehr im Video

Im DUP Business Talk teilt Martinez Hartmann nicht nur seine größten Learnings, sondern auch, was er dann doch lieber ohne KI macht.

Josh Martinez Hartmann

ist Gründer von Bundesweit.digital und verbindet Marketing, Technologie und KI