Generative Engine Optimization

„Sprachmodelle prägen die gesamte Customer Experience“

Für Beate Rosenthal von Roland Berger werden Sprachmodelle zu einem entscheidenden Faktor entlang der gesamten Customer Journey. Immer mehr Menschen nutzen KI-Systeme bereits zur Vorbereitung von Kaufentscheidungen oder zur Informationssuche. Unternehmen müssen ihre Inhalte deshalb so aufbereiten, dass Marken und Produkte auch in KI-basierten Suchsystemen sichtbar bleiben. Besonders wichtig sind dabei eine klare Datenstrategie und maschinenlesbare Informationen.

Porträt von Beate Rosenthal

24.02.2026

DUP UNTERNEHMER-Magazin: Was bedeutet für Sie Sichtbarkeit eines Unternehmens in LLMs?

Beate Rosenthal: Sprachmodelle gewinnen entlang der gesamten Customer Experience zunehmend an Bedeutung. Inzwischen nutzt bereits ein erheblicher Teil der Nutzer Large Language Models zur Vorbereitung von Einkäufen – einschließlich entsprechender Funktionen in klassischen Suchmaschinen. Schätzungen zufolge könnten bis 2030 bis zu 50 Prozent der Einkäufe über digitale Agenten vorbereitet oder abgewickelt werden.
Auch im Gesundheitsbereich verlassen sich Menschen immer häufiger auf Informationen aus Sprachmodellen, etwa bei der Einordnung von Diagnosen oder bei Fragen zur Dosierung. Deshalb spielen Sprachmodelle in allen Phasen der Customer Journey sowie im Marketing und in Kommunikationsprozessen eine immer wichtigere Rolle.

Viele Firmen konzentrieren sich weiterhin auf SEO. Ergibt das in Zeiten von KI-Sprachmodellen überhaupt noch Sinn?

Rosenthal: Viele unserer Kunden beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Frage, wie Marken- und Unternehmensinhalte auch im Kontext von Generative Engine Optimization relevant bleiben können. Klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt dabei ein wichtiger Baustein, wird aber zunehmend durch neue Anforderungen ergänzt, die sich aus der Nutzung von Sprachmodellen ergeben.

Wie müssen Daten aufbereitet werden, um von Sprachmodellen aufgegriffen zu werden?

Rosenthal: Die Anforderungen an Daten ähneln anderen Anwendungen von Large Language Models. Entscheidend ist eine klare Datenstrategie und eine strukturierte Aufbereitung der Inhalte. Dazu gehören insbesondere maschinenlesbare Informationen sowie kontextbezogene Daten, die es Sprachmodellen ermöglichen, Inhalte korrekt einzuordnen und zu interpretieren.

Werden Sprachmodelle die Unternehmenskommunikation grundlegend verändern?

Rosenthal: Künstliche Intelligenz und Sprachmodelle verändern Unternehmen, ihre Prozesse und Geschäftsmodelle zunehmend. Diese Entwicklung ist notwendig, um langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern und neue Möglichkeiten im Marketing und in der Kundenansprache zu nutzen.

Welche Tools und Beratungsangebote gibt es derzeit – und wie werden sie nachgefragt?

Rosenthal: Viele Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit der Frage, wie ihre Marken- und Unternehmensinhalte im GEO-Kontext relevant bleiben können. Wir unterstützen dabei unter anderem mit Angeboten rund um „AI in Marketing“, etwa durch Strategie- und Roadmap-Entwicklung, Statusanalysen sowie konkrete Handlungsempfehlungen.