Am Anfang der Geschichte von Haubers Naturresort steht jedoch kein Wellnesshotel, sondern Landwirtschaft. Noch heute bewirtschaftet die Familie Hauber, allen voran Vater Klaus, eigene Wiesen und Wälder. Genau das prägt den Charakter des Hauses: Die Landschaft ist nicht bloß Aussicht aus dem Hotelzimmer, sondern Bestandteil des Angebots. Denn das Resort liegt am Südhang bei Oberstaufen im Allgäu. Aus einem landwirtschaftlichen Betrieb mit wenigen Gästezimmern entstand über mehrere Jahrzehnte ein Vier-Sterne-Superior-Hotel mit Landhaus, Gutshof und dem Wellnessbereich „Haus am See“. Die Familie führt den Betrieb bis heute selbst.
Diese Herkunft ist entscheidend für das Verständnis von Haubers. Während viele Wellnesshotels Natur über Materialien, Architektur und Gestaltung ins Haus holen, beginnt sie hier tatsächlich hinter der Hoteltür.
Wellness im Haubers Naturresort: Natursee statt Kulisse
Das Herz des Spa-Bereichs ist das „Haus am See“. Zum Angebot gehören Dampfbad, Kräuterstube, finnische Sauna, Ruheräume sowie Indoor-, Sport- und Relaxpool. Direkt davor liegt ein etwa 2.500 Quadratmeter großer Naturbadesee. Hinzu kommen ein eigener Klimapfad durch Wald und Wiesen, Waldhängematten, Yoga, Meditation und Waldbaden. Die großzügige Außenfläche ist damit einer der entscheidenden Unterschiede zu klassischen Wellnesshotels.
Das Haubers nutzt außerdem einen Rohstoff, der unmittelbar auf den eigenen Flächen wächst: Bergheu. Es findet sich in Ruheräumen, Bädern, Wellnessbehandlungen und im sogenannten Heukraxenofen. Das erste Heu des Jahres wird nach Angaben des Hauses zum Teil noch von Klaus Hauber selbst gemäht und anschließend besonders schonend getrocknet. Die damit verbundenen medizinischen Wirkversprechen gibt es obendrauf. Interessant ist das Heu jedoch als Ausdruck eines Hotelkonzepts, das Landwirtschaft, Herkunft und Wellness eng miteinander verbindet.
Fasten in Oberstaufen: von Schrothkur bis Basenfasten
Oberstaufen besitzt seit Jahrzehnten eine Tradition als Kur- und Gesundheitsort. Haubers Naturresort hat diesen Schwerpunkt ausgebaut und bietet unterschiedliche Fastenprogramme an. Dazu zählen Heilfasten, Intervallfasten, Schrothkur und seit Januar 2025 auch Basenfasten. Dabei werden vor allem Gemüse, Kräuter, Salate, Nüsse, Samen und etwas Obst gegessen. Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Zucker, Kaffee und Alkohol werden während des Programms weitgehend gemieden. Eine hauseigene Fastenberaterin begleitet die Gäste. Der interessante Gegensatz: Haubers ist gleichzeitig Fasten- aber auch ein Genusshotel.
Kulinarik: Fasten auf der einen, Genuss auf der anderen Seite
Für Gäste außerhalb der Fastenprogramme setzt die Küche auf saisonale und regionale Produkte sowie mehrgängige Abendmenüs. Auch vegane, gluten- und laktosefreie Gerichte werden angeboten. Ein besonders prägnanter Teil des kulinarischen Konzepts findet außerhalb des Hotels statt. Am sogenannten Schwalbennest oberhalb des Resorts wird bei geeigneter Witterung auf etwa 950 Metern Höhe ein Bergfrühstück angeboten. Das ist typisch für das Haubers: Viele Leistungen gewinnen ihren Charakter erst durch den Ort, an dem sie stattfinden.

Golfhotel im Allgäu mit direktem Einstieg auf den Platz
Für Golferinnen und Golfer besitzt das Naturresort einen ungewöhnlichen Standortvorteil. Der 18-Loch-Golfplatz Oberstaufen-Buflings liegt direkt am Hotel. Gäste können bei Loch elf unmittelbar vom Resort auf den Platz einsteigen. Über die Gästekarte "Oberstaufen Plus Golf" steht nach aktuellem Stand ein Netzwerk aus sieben Golfplätzen in und um Oberstaufen zur Verfügung. Pro Person und Übernachtung ist deshalb ein Greenfee enthalten. Haubers ergänzt das Golfangebot um eine Golfremise sowie Massagen, die speziell Schulter und Rumpf ansprechen. Damit verbindet das Haus Golf nicht isoliert mit Übernachtung, sondern mit Wellness und Regeneration.
Für die Einordnung eines Wellnesshotels reichen Eigenbeschreibungen nicht aus. Relevant sind deshalb auch externe Bewertungen. Im Falstaff Spa Guide 2026 kommt Haubers Naturresort auf 95 von 100 Punkten. Falstaff bewertet den Spa-Bereich mit 40 von 40 Punkten, Treatments und Sport jeweils mit 15 von 15 Punkten. Der Relax Guide 2026 vergibt nach Angaben des Hauses drei Lilien und 18 von 20 Punkten. Außerdem erhielt Haubers erneut einen Michelin Key. Damit gehört das Resort zu den höher bewerteten Wellnessadressen der Region.
Haubers wächst: Neuer Anbau entsteht bis 2027
Die wichtigste Veränderung betrifft derzeit jedoch nicht Sauna, Küche oder Golfplatz, sondern die Architektur. Nach jahrelanger Planung begann Ende Juli 2025 die Erweiterung des Naturresorts. Ein Teil des bisherigen Landhauses wird ersetzt. Architekten aus der Region haben 41 neue Gästezimmer, eine Tiefgarage und insgesamt rund 4.200 Quadratmeter Fläche neu geplant. Unterirdische Verbindungswege sollen die bestehenden und neuen Gebäudeteile sinnvoll miteinander verknüpfen.
Eva Hauber, Tochter des Gründers und mittlerweile Hotelleiterin, spricht beim Spaziergang über das weitläufige Gelände von einem neuen, lichtdurchfluteten Gebäude am Waldrand mit zusätzlichen Wohnmöglichkeiten, Begegnungsflächen und einem neuen Bereich für die Gastronomie. Der Gutshof, die Wellnessanlage und das Schwalbennest bleiben während der Bauphase geöffnet. Die Fertigstellung des neuen Anbaus ist für Mai 2027 vorgesehen.
Die Planung wurde über Jahre vorbereitet. Die Marktgemeinde Oberstaufen beschloss den entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Die amtlichen Unterlagen sehen vor, den Altbaubereich des bestehenden Landhauses abzubrechen und durch einen größeren Neubau zu ersetzen. Zusätzlich ist eine Tiefgarage vorgesehen. Damit ist auch überprüfbar, dass es sich nicht lediglich um eine angekündigte Hotelmodernisierung handelt, sondern um einen strukturellen Ausbau des Resorts.

Naturresort soll wachsen, ohne seinen Charakter zu verlieren
Genau hier wird das Projekt interessant. "Ein Hotel wie Haubers lebt von etwas, das bei Expansion schnell verloren gehen kann: Großzügigkeit", sagt Eva Hauber. Mehr Zimmer bedeuten mehr Gäste, mehr Infrastruktur und mehr Bewegung auf dem Gelände. Gleichzeitig besteht das Versprechen des Hauses gerade darin, dass Natur, Weite und Rückzug nicht künstlich erzeugt werden müssen.
"Die Architektur versucht darauf zu reagieren", so Hauber weiter. Die Architekten setzen deshalb auf Panoramablick und unterirdische Verbindungen zwischen den Gebäudeteilen. Die Bauleitplanung verlangt zudem eine möglichst gute landschaftliche Einbindung der Freiflächen.
Damit wird die Erweiterung zu einem Test für das Konzept. Denn der interessanteste Luxus in Haubers Naturresort besteht nicht darin, möglichst viele Leistungen zu bündeln, sondern das Angebot an Landschaft, Ruhe und Platz auszubauen. Morgens kann das der Weg über eine Wiese sein, später der direkte Einstieg auf den Golfplatz, am Nachmittag ein Bad im Natursee und am Abend ein erstklassiges Fünf-Gänge-Menü mit Produkten aus der Region. Und im Spa liegt Bergheu, das nicht aus einer Designidee stammt, sondern von den eigenen Hängen oberhalb von Oberstaufen. Haubers verkauft Natur also nicht als Dekoration. Und die Gastgeberfamilie tut alles dafür, dass sie erhalten bleibt.
