DUP UNTERNEHMER-Magazin: In welchem Unternehmensbereich hat Automatisierung bei Ihnen aktuell den größten messbaren Effekt?
René Esteban: In der gesamten Wertschöpfungskette. Wir haben von Angebotserstellung über Projektmanagement, Zeiterfassung, Rechnungsstellung bis zur Freelancer-Koordination alles automatisiert. Das Besondere: Während große Beratungshäuser noch ihre Pyramiden optimieren, haben wir das Obelisk-Modell bereits gelebt, bevor Harvard Business Manager es im September 2025 so benannte. Mit AI-Agenten für über 30 Prozent unserer Prozesse liefern wir heute höhere Qualität in kürzerer Zeit mit radikaler Kosteneffizienz
Welche Automatisierungsmaßnahme war für Ihr Unternehmen strategisch bisher die wichtigste – und warum?
Esteban: Die vollständige Neuerfindung unseres Geschäftsmodells durch No-Code und AI. Von 40 Mitarbeitern mit starren Hierarchien zu 80 Prozent Freelancern mit einer zentralen Plattform. Wir haben nicht AI in bestehende Strukturen integriert, sondern die Strukturen um AI herum neu gebaut. Das Ergebnis: Gewinn verdreifacht, Preise stabil trotz Inflation, und wir entwickeln jetzt eine AI-geführte Transformationsplattform für Q2 2026, die unser komplettes Methodenwissen aus über 250 Transformationen enthält.
Was war die größte Herausforderung bei der Einführung von neuer Technologie zur Automatisierung – und wie sind Sie damit umgegangen?
Esteban: Die Überwindung klassischer Denkmuster. Nach 16 Jahren Corporate und der Gründung einer typischen Pyramiden-Beratung musste ich akzeptieren: Das klassische Modell ist Vergangenheit. Ein zufälliges Gespräch während Corona mit zwei Professoren öffnete mir die Augen für No-Code-Plattformen. Statt zu warten, haben wir in sechs Monaten komplett selbst gebaut. Heute nennt Harvard das Obelisk-System. Wir haben es vier Jahre früher gemacht. Jetzt sind wir im Vorsprung. Das macht richtig Spaß.
