Automatisierung

„Automatisierung verkürzt unsere Time-to-Hire deutlich“

Bei Liberty Morgan nutzt CEO Giordano Righi Automatisierung vor allem im Recruiting. Matching-Technologien und KI-gestützte Analysen helfen dabei, Kandidaten schneller zu identifizieren und passgenau vorzuschlagen. Automatisierte Prozesse in Kommunikation und Vorauswahl verkürzen die Besetzungszeiten und steigern die Effizienz. So konnte das Unternehmen zuletzt sowohl die Zahl der Vermittlungen als auch die Kundenzufriedenheit deutlich erhöhen.

Porträt von Giordano Righi

26.02.2026

DUP UNTERNEHMER-Magazin: In welchem Unternehmensbereich hat Automatisierung bei Ihnen aktuell den größten messbaren Effekt?

Giordano Righi: Den größten messbaren Effekt erzielen wir im Recruiting, insbesondere bei der Identifikation, Vorauswahl und Ansprache von Kandidatinnen und Kandidaten. Durch Matching-Logiken und KI-gestützte Suchverfahren können wir Profile schneller analysieren und geeignete Kandidaten gezielter ansprechen. Dadurch verkürzen sich unsere Besetzungszeiten deutlich, und wir erreichen eine hohe Präzision beim Matching zwischen Kandidaten und Unternehmen.
In den vergangenen sechs Monaten konnten wir die Zahl unserer Vermittlungen um rund 50 Prozent steigern. Gleichzeitig erhöhte sich die gemessene Kundenzufriedenheit von 88 auf 95 Prozent. Auch automatisierte Kommunikationsprozesse wie Follow-ups oder Interviewkoordination sowie datengetriebene Auswertungen im CRM-System reduzieren administrative Aufgaben und schaffen mehr Zeit für die persönliche Beratung.

Welche Automatisierungsmaßnahme war für Ihr Unternehmen strategisch bisher die wichtigste – und warum?

Righi: Strategisch am wichtigsten war die konsequente technologische Unterstützung und schrittweise Automatisierung unserer Recruiting-Prozesse. Dazu gehört insbesondere der Einsatz datengetriebener Tools zur Kandidatenidentifikation und zum Matching. Diese Lösungen ermöglichen es uns, große Datenmengen effizient auszuwerten und besonders passende Kandidaten schneller zu identifizieren.
Ein wichtiger nächster Schritt ist unser Projekt ARAI, eine agentenbasierte Recruiting-Lösung. Ziel ist es, operative Aufgaben wie Interviewvorbereitung, Bewertung oder Routinekommunikation stärker zu automatisieren. Damit entwickeln wir uns von klassischen Effizienztools hin zu intelligenten Assistenzsystemen, die Recruiter aktiv unterstützen. Automatisierung wird so zum zentralen Hebel für Effizienz, Skalierbarkeit und eine bessere Candidate Experience.

Was war die größte Herausforderung bei der Einführung von neuer Technologie zur Automatisierung – und wie sind Sie damit umgegangen?

Righi: Die größte Herausforderung bestand darin, neue Technologien sinnvoll in menschzentrierte Recruiting-Prozesse zu integrieren. Viele Recruiter befürchten zunächst, durch Automatisierung ersetzt zu werden. Deshalb haben wir frühzeitig klargestellt, dass Technologie vor allem entlasten und die Qualität der Arbeit verbessern soll. Schulungen und transparente Kommunikation waren dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Hinzu kamen technische und organisatorische Herausforderungen wie die Integration großer Datenmengen und die Sicherstellung einer stabilen Datenqualität. Wir haben deshalb externe Partner eingebunden und neue Lösungen schrittweise eingeführt, um stabile Datenstrukturen aufzubauen.
Darüber hinaus spielen ethische und rechtliche Fragen eine wichtige Rolle. Automatisierte Recruiting-Prozesse müssen DSGVO-konform und transparent sein. Deshalb haben wir eigene KI-Governance-Regeln entwickelt und stellen sicher, dass wichtige Entscheidungen weiterhin unter menschlicher Kontrolle bleiben.