Automatisierung

„Automatisierung verbessert die Trefferquote bei der Vermittlung“

Bei Hausengel setzt Geschäftsführerin Juliane Bohl Automatisierung vor allem bei der Vermittlung von Betreuungskräften ein. Ein automatisiertes Matching-System gleicht Bedarfe von Familien mit den Profilen und Verfügbarkeiten tausender Betreuungskräfte ab. Das reduziert den manuellen Aufwand, beschleunigt die Vermittlung und verbessert die Planbarkeit. Die finale Entscheidung bleibt dabei bewusst in menschlicher Hand.

Porträt von Juliane Bohl

25.02.2026

DUP UNTERNEHMER-Magazin: In welchem Unternehmensbereich hat Automatisierung bei Ihnen aktuell den größten messbaren Effekt?

Juliane Bohl: Ganz klar in der Vermittlung von Betreuungskräften. Unser automatisiertes Matching-System gleicht Bedarfe von Familien mit den Profilen und Verfügbarkeiten von mehreren tausend Betreuungskräften ab. Das spart im operativen Alltag wertvolle Zeit, erhöht die Trefferquote und verbessert die Planbarkeit. Anstatt manuell zu suchen, erhalten unsere Mitarbeitenden sofort passende Vorschläge. Die finale Auswahl erfolgt weiterhin individuell, aber auf einer optimierten, datengestützten Grundlage.

Welche Automatisierungsmaßnahme war für Ihr Unternehmen strategisch bisher die wichtigste – und warum?

Bohl: Die vollständige Neustrukturierung unseres CRM-Systems inklusive automatisiertem Matching. Sie hat es uns ermöglicht, mit einem schlanken Team eine sehr große Zahl an Betreuungskräften effizient zu koordinieren und gleichzeitig die Qualität der Vermittlung zu sichern. Gerade in einem Umfeld mit Fachkräftemangel, hoher emotionaler Verantwortung und großem Zeitdruck ist das ein echter Hebel. Die Maßnahme verbindet technologische Effizienz mit menschlicher Nähe und trägt wesentlich dazu bei, unsere Mission „rundum versorgt“ auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich umzusetzen.

Was war die größte Herausforderung bei der Einführung von neuer Technologie zur Automatisierung – und wie sind Sie damit umgegangen?

Bohl: Die größte Herausforderung lag in der Balance zwischen Digitalisierung und Individualität. Betreuung im häuslichen Umfeld ist kein Standardprodukt. Sie lebt von Vertrauen, Beziehung und maßgeschneiderter Begleitung. Ein zu technischer Ansatz hätte diese Qualität gefährdet. Wir haben daher bewusst eine hybride Lösung entwickelt: Automatisierung, wo sie entlastet – persönliche Betreuung, wo sie gebraucht wird. Dieser Spagat hat viele Abstimmungen, Schulungen und Feedbackschleifen erfordert. Aber das Ergebnis ist ein System, das Prozesse vereinfacht, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.