Kolumne

Eine Kolumne von Professor David Matusiewicz

KI muss im Gesundheitswesen zur Realität werden

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Das ist inzwischen keine Prognose mehr, sondern Realität. Die spannende Frage lautet: Was machen wir da­raus? Und genau diese Frage stand in diesem Jahr auf der „HanseMerkur Stage“ des BIG BANG KI FESTIVALS in Berlin im Mittelpunkt. Zwischen „Hype, Hope … Realität“, „The Cost of AI“ und „Deep Dive KI“ wurde deutlich: Das Gesundheitswesen braucht weniger Buzzwords und mehr Umsetzung.

Eine Platine, auf der ein Herz zu sehen ist, als Symbol für das Thema KI im Gesundheitswesen

19.10.2026

Illustration mit einem orangefarbenen Vieleck für die Kolumne von Prof. Dr. David Matusiewicz

Dabei geht es längst nicht mehr nur um den klassischen digitalen Assistenten. KI wird zum neuen Fundament einer präventiven Versorgung. Wer lediglich bestehende Prozesse digitalisiert, optimiert am Bestehenden. Der eigent­liche Gamechanger beginnt dort, wo wir Versorgung neu denken: früher erkennen, individueller behandeln, Risiken pro­gnostizieren und Menschen möglichst lange gesund halten. Das betrifft alle Bereiche. In der ambulanten Medizin kann Künstliche Intelligenz Dokumentation, Dia­gnostik und Entscheidungsunterstützung verändern. Im Krankenhaus reicht die Bandbreite von smarter Logistik über „KI & Robotic“ bis zur Frage, wie wir den letzten Patienten der Schicht behandeln – und wie viel Technologie dabei sinnvoll, menschlich und verantwortbar ist. In der Pflege können digitale Assistenten endlich dort entlasten, wo der Personalmangel besonders spürbar ist.

KI in der Medizin: Warum Innovation klare Regeln braucht

David Matusiewicz, Autor der Kolumne
David Matusiewicz ist Professor für Medizinmanagementan der FOM Hochschule. Seit 2015 verantwortet er dortals Dekan den Hochschulbereich Gesundheit & Sozialesund ist einer der renommiertesten Experten für DigitalHealth in Deutschland.

Doch Healthcare-KI (englisch: AI) ist kein Selbstläufer. „AI & Governance“, „The Law of AI“ und digitale Identitäten zeigen, dass Innovation und Regulierung zusammen gedacht werden müssen. Datenschutz, Haftung, Zulassung, Interoperabilität und Vertrauen sind keine lästigen Bremsklötze, sondern die Spielregeln für einen nachhaltigen Markt. Gleichzeitig wird KI demokratischer. Wir müssen KI deshalb verständlich machen – für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, ­Patientinnen und Patienten und natürlich auch für Manager. Prävention, Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit werden zu einem ­lebenslangen Thema. KI kann dabei helfen, aus Daten bessere Entscheidungen zu treffen – aber sie ersetzt weder Verantwortung noch menschliche Beziehungen.

Die „HanseMerkur Stage“ hat weniger eine Zukunftsvision als einen Auftrag formuliert: handeln statt heulen. Professor Dr. Jochen A. Werner und ich als Co-Hosts diskutieren nicht darüber, ob KI das Gesundheitswesen verändert. Sondern darüber, wie wir diese Veränderung in der Versorgungsrealität gestalten. Der größte Fehler ist, im Status quo zu verharren zum Schutze des Geschäftsmodells. Besitzstandswahrung kann dazu führen, eine historische Chance für eine
bessere, präventivere und menschlichere Medizin zu verpassen.