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Physical AI

Humanoide Roboter im Gesundheitswesen: Was sie heute schon können

Wie kommen technologische Innovationen in den Versorgungsalltag? Wie kann Technologie einen Mehrwert für Menschen im Gesundheitswesen schaffen? Diesen Fragen widmen sich Kerstin Wagner, Co-CEO und COO, und Wassim Saeidi, Gründer und CEO, beide United Robotics Group (URG). Und zwar nicht nur, wenn sie beim BIG BANG KI FESTIVAL auftreten, sondern tagtäglich. Denn sie haben eine Vision: mehr Menschlichkeit schaffen – ausgerechnet durch Robotik.

Ein humanoide Roboter auf der Bühne des BIG BANG KI FESTIVALS

13.10.2026

Die Mission der United Robotics Group: autonome Robotiksysteme und humanoide Roboter für definierte Use-Cases im regulierten Healthcare-Markt entwickeln, die Menschen entlasten und unterstützen. Ob in Kliniken, Laboren oder Pflegeeinrichtungen. Und zukünftig sogar in der häuslichen Pflege.

Was humanoide Roboter heute schon leisten

Humanoide, KI-smarte Roboter sind dort interessant, wo es um Kommunikation und Interaktion mit Menschen geht, und das in wechselnden Situationen. Beispielsweise am Klinikeingang: Roboter können Patientinnen und Patienten begrüßen und informieren, natürlich auch mehrsprachig, und ihnen Wege erklären oder sie auch gleich zur richtigen Station begleiten. Auf Station erinnern sie an Termine und Medikamente, reichen Getränke oder leiten Übungen an. In Pflegeeinrichtungen können sie Aktivierungsangebote leisten und Betroffene bei Einhalten eines festen Tagesablaufs unterstützen. Auch in der Ausbildung und Forschung können humanoide Systeme Situationen wiederholbar darstellen. Dabei steht die Unterstützung, nicht der Ersatz, im Vordergrund: Körpernahe Pflege, medizinische Entscheidungen und emotionale Zuwendung bleiben menschliche Aufgaben. Roboter übernehmen stattdessen vor allem zeitaufwendige Routinen. Dadurch gewinnen Fachkräfte mehr Raum für Tätigkeiten, die menschliche Erfahrung und Empathie brauchen.

Vom Prototypen zum Einsatzszenario

Wie aus einer technischen Idee eine belastbare Anwendung wird, erprobt URG mit „uMe“. Der humanoide Assistenz- und Kommunikationsroboter verbindet Sprache mit Kameras, Tiefensensorik, Mikrofonen und einem Display. Über die Softwareplattform uGo+ lässt er sich mit weiteren Robotiksystemen und Arbeitsabläufen verknüpfen; uMe ist kein Einzelprojekt, sondern Teil eines Portfolios, das verschiedene mobile Roboter für Labor, Logistik, Reinigung und Service umfasst. Für den Einsatz im Gesundheitswesen muss uMe aber weitaus mehr können, als nur zu sprechen und sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Er muss Türen, Betten und enge Flure erkennen, Abstand halten und auf unerwartete Situationen sicher reagieren. Beschäftigte und betreute Menschen müssen sein Verhalten verstehen und seine Grenzen kennen.

Training auf einer Intensivstation

Dafür hat URG in Gelsenkirchen ein Trainings- und Entwicklungszentrum eingerichtet. Auf rund 400 Quadratmetern einer ehemaligen Intensivstation stellt das Unternehmen Labor-, Klinik- und Pflegesituationen realitätsnah nach. Dort trainieren uMe und weitere URG-Systeme zum Beispiel das Passieren einer Krankenhausflügeltür, das Navigieren durch Flure und Abläufe in einem nachgebildeten Krankenzimmer. Entwicklerinnen und Entwickler prüfen mit Anwendenden, was im Alltag funktioniert und wo die Technik nachgeschärft werden muss. Die Zukunft humanoider Robotik liegt nicht darin, Maschinen möglichst menschenähnlich zu gestalten. Sie müssen vielmehr sicher arbeiten, sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügen und Fachkräfte langfristig entlasten.