Für einen Moment ging es auf dem BIG BANG KI FESTIVAL nicht um Prompts, Agenten oder die nächste Generation Künstlicher Intelligenz. Namen wurden aufgerufen, Trophäen überreicht, Teams traten gemeinsam vor die Kamera. In der Award-Area der BIG BANG UNTERNEHMER-Lounge bekamen kleinere und mittlere Unternehmen eine Bühne, deren Arbeit im Alltag selten im Scheinwerferlicht steht. Gerade deshalb passten die Auszeichnungen des diind zum Festival in der „Station Berlin“. Dabei ging es stets um die grundsätzliche Frage: Was macht ein Unternehmen heute zukunftsfähig?
Die Antworten waren vielfältiger, als es die gegenwärtige KI-Euphorie vermuten lässt. Zu den Ausgezeichneten gehörten unter anderem Roland Berger als „KI Innovator“, die Bonago Incentive Marketing Group als „Arbeitgeber der Zukunft“ und Maud Schock von Entrenous als „Unternehmer:in der Zukunft“ – neben zahlreichen weiteren Unternehmen, die einen Preis in unterschiedlichen Kategorien erhielten. Sie alle stehen für unterschiedliche Wege, mit Veränderung umzugehen. Mal geht es um technologische Innovation, mal um Service und Beratung, attraktive Arbeitsbedingungen oder zukunftsgewandtes Wirtschaften. Denn klar wurde auf den diind-Events auch: Nicht jedes Unternehmen braucht dieselbe Antwort auf den Wandel. Aber jedes muss eine finden.
Technologie allein reicht nicht

KI kann Prozesse beschleunigen, Entscheidungen unterstützen und Geschäftsmodelle verändern. Doch kein Algorithmus entscheidet darüber, ob Beschäftigte einen Wandel mittragen, Kunden einem Unternehmen vertrauen oder aus einer technischen Möglichkeit ein funktionierendes Geschäft entsteht. Dafür braucht es Führung, Unternehmenskultur und Menschen, die Veränderung umsetzen. Das bestätigt auch diind-Geschäftsführerin Ines Woermann: „Zukunftsfähigkeit zeigt sich nicht darin, jedem Trend zu folgen. Entscheidend ist, ob Unternehmen Veränderung in konkreten Nutzen für Kunden, Mitarbeitende und das eigene Geschäftsmodell übersetzen.“ Der Gedanke verbindet Unternehmen unabhängig von Größe und Branche. Mittelständler suchen Fachkräfte, Dienstleister kämpfen um Vertrauen, Technologieunternehmen müssen neue Anwendungen in bestehende Abläufe integrieren. Die Aufgaben unterscheiden sich, die entscheidende Frage bleibt: Wie wird aus einem Anspruch eine Leistung, die im Alltag trägt?
Hier bekommt eine Auszeichnung ihren Wert – vorausgesetzt, sie beruht auf nachvollziehbaren Kriterien. Ein Siegel ersetzt weder Qualität noch gute Führung, kann aber sichtbar machen, was von außen nicht unmittelbar erkennbar ist. Das diind nimmt genau solche Bewertungen vor, arbeitet je nach Auszeichnung mit standardisierten Prüfverfahren. „Wir analysieren die Unternehmen nach definierten Kriterien und öffentlich verfügbaren Informationen. Digitale Verfahren und KI können uns bei der Erhebung und Auswertung der Daten unterstützen. Dahinter steht unser Anspruch, unternehmerische Leistung nicht nur zu würdigen, sondern nachvollziehbar einzuordnen“, so Woermann.
Wenn Leistung sichtbar wird

Gerade für mittelständische Unternehmen sei das relevant. Viele Innovationen entstünden nicht in Konzernzentralen oder Start-up-Labs, sondern in Betrieben, die Prozesse verbessern, Produkte entwickeln, Fachkräfte binden oder Kundenbeziehungen neu organisieren, so die diind-Geschäftsführerin. „Häufig ohne große Öffentlichkeit.“ Eine Auszeichnung könne diese Arbeit jedoch sichtbar machen: gegenüber Kunden, Bewerbern und Geschäftspartnern, aber ebenso nach innen. Woermann: „Auf der Bühne steht zwar meist nur eine kleine Gruppe. Gemeint sind sehr viel mehr: Entwicklerinnen und Entwickler, Beschäftigte in Produktion und Service, Vertriebsteams und Führungskräfte. Wirtschaftlicher Erfolg ist selten die Leistung eines Einzelnen.“ So wurde die Preisübergabe in Berlin zu einer kurzen Unterbrechung des Unternehmensalltags. Und damit zu einem Moment, in dem das Erreichte sichtbar wird, bevor die nächste Veränderung beginnt.
Mindestens ebenso wichtig ist auf den diind-Preisverleihungen aber auch, was danach passiert. Menschen kommen ins Gespräch, vergleichen Erfahrungen. Ein Familienunternehmen berichtete über den Kampf um Fachkräfte, ein Dienstleister über neue Erwartungen seiner Kunden, ein Technologieunternehmen über die Einführung neuer Anwendungen. „Die Bedeutung solcher Begegnungen lässt sich kaum messen. Gerade deshalb machen sie den Wert unserer Veranstaltungen und des BIG BANG KI FESTIVALS aus“, erklärt Woermann. Aus einer Gratulation könne ein Kontakt entstehen, aus einem Gespräch eine Idee – und aus unterschiedlichen Problemen möglicherweise eine gemeinsame Lösung.

Die Award-Verleihungen des diind setzten während des BIG BANG KI FESTIVALS in diesem Jahr einen besonderen Akzent: Sie richteten den Blick auf diejenigen, die Veränderung bereits gestalten. Damit trafen zwei Perspektiven aufeinander. Auf den Festivalbühnen ging es darum, was möglich werden könnte. Bei den ausgezeichneten Unternehmen darum, was bereits funktioniert.
