Holen wir uns das Denken zurück!
Warum wir im KI-Zeitalter dringend eigenständiges Denken brauchen, damit Technologie dem Menschen dient.
Berlin/Köln, September 2026: Künstliche Intelligenz kann Informationen in Sekunden verarbeiten, Texte formulieren, Muster erkennen, Agenten und Avatare kreieren und qualitativ hochwertige Antworten liefern. Doch wer entscheidet, welche Fragen für uns Menschen relevant sind? Wer übernimmt Verantwortung für Entscheidungen, deren Logik für den Menschen zunehmend schwerer nachzuvollziehen ist? Und auf wessen Urteilskraft können wir zählen, wenn Antworten nicht eindeutig oder ethisch fragwürdig sind?
Holen wir uns das Denken zurück!
– mit diesem Appell verbindet Karen Hempel ihre Leadership-Arbeit mit einer Frage, die im Zeitalter künstlicher Intelligenz an Bedeutung gewinnt:
Was macht menschliche Führung aus, wenn Wissen, Analyse und Kommunikation immer stärker automatisiert werden?
Denn je mehr Antworten uns die Technologie liefert, desto entscheidender wird die Fähigkeit, selbst die richtigen Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen, Informationen einzuordnen und eigenständig zu urteilen.
Für ihren ungewöhnlichen Karriereweg und die Verbindung von drei Disziplinen, die auf den ersten Blick kaum zusammengehören – kognitive Neurowissenschaft, Bühnenexpertise und Leadership-Entwicklung – wurde Karen Hempel am 17. September 2026 mit dem Business Innovator Award 2026 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen des BIG BANG KI FESTIVALS in Berlin statt. Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D. und Schirmherrin des diind, leitete die Award-Verleihung mit einer Rede zum Innovationsvermögen Deutschlands ein.
Die Sehnsucht nach neuen Helden
Hempels Arbeit trifft einen gesellschaftlichen Nerv. In einer Zeit, in der sowohl öffentliche Kommunikation, Wirtschaft und soziales Miteinander immer stärker von Algorithmen, Inszenierung und künstlicher Intelligenz geprägt werden, wächst gleichzeitig die Sehnsucht nach Vorbildern, die nicht nur sichtbar, sondern glaubwürdig sind und in komplexen Situationen Orientierung schaffen.
Wozu müssen diese neuen Helden in der Lage sein?
Sie sollten Ruhepole in stürmischen Transformationszeiten sein. Dafür brauchen sie Selbstführung und einen eigenen inneren Kompass. Sie müssen unterschiedliche Interessen und Emotionen aushalten können, und vor allem in der Lage sein, richtige Fragestellungen aus komplexen Entwicklungen abzuleiten.Doch dafür braucht es etwas, das im Zeitalter der Beschleunigung und Automatisierung knapp zu werden droht: Denkzeit!Entwicklungszeit!
Eine Rolle kann man einnehmen. Eine Führungspersönlichkeit muss man entwickeln.
Je schneller wir werden, desto größer wird die Gefahr, dass wir uns in unseren eigenen Denk- und Wissenssystemen verfangen. Nicht jede Beschleunigung ist Fortschritt. Anpassung, Integration und Regulation benötigen Zeit:
Der Mensch ist nicht auf maximale Geschwindigkeit optimiert.
In der Biologie gilt ein simples Prinzip: Was zu schnell wird, kann falsch werden.
KI verändert, was menschliche Kompetenz bedeutet
Aus dieser Verbindung entstand Hempels Entwicklungsarchitektur des „Kompetenz-Ich“ – ein Ansatz, der untersucht, wie Kompetenz, Selbstwahrnehmung und eigene Erfahrung zu Präsenz und Wirkung zusammenfinden.
Denn Führung wird nicht mehr allein dadurch wirksam, dass jemand über Wissen verfügt. Entscheidend ist, ob Menschen denken, einordnen, entscheiden und Orientierung geben können; und ob andere diese Kompetenz wahrnehmen und ihr vertrauen.Dabei geht es Hempel ausdrücklich nicht um eine Abgrenzung von künstlicher Intelligenz. Im Gegenteil: KI verändert die Anforderungen an Führung grundlegend. Wenn Maschinen immer besser darin werden, Informationen zu liefern, Texte zu produzieren und Optionen zu berechnen, wird menschliche Kompetenz nicht überflüssig; sie wird anspruchsvoller.
KI kann Antworten liefern. Denken und ausrichten müssen wir selbst.
Für Führung bedeutet das: weniger bloße Wissensverwaltung, mehr Urteilskraft. Weniger automatisierte Kommunikation, mehr echte Präsenz. Weniger perfekte Fassade, mehr innere Kohärenz. Entscheidend bleiben die Fragen: Was ist relevant, was ist richtig, was ist sinnvoll und wem nützt eine Entscheidung? Technologie kann Prozesse beschleunigen. Sie kann Wissen verfügbar machen. Sie kann Möglichkeiten erweitern. Aber sie kann uns die Verantwortung für die Bedeutung unseres Handelns nicht abnehmen.
Der Business Innovator Award würdigt damit nicht nur eine berufliche Biografie, sondern eine Perspektive auf Führung, die gerade im KI-Zeitalter an Relevanz gewinnt:
Menschen brauchen keine Führungskräfte mehr, die nur perfekt inszeniert sind oder markige Botschaften produzieren. Sie brauchen Menschen, die selbstständig denken, Zusammenhänge erkennen, unterschiedliche Perspektiven integrieren und das größere Bild vor Augen haben. Dafür ist gerade heute eine ganzheitliche und breite Bildung gefragt – nicht nur das Wissen über den Einsatz von KI.
Karen Hempel verbindet dafür kognitive Neurowissenschaft, Performance-Expertise und Leadership-Development zu einem Ansatz, der Führung nicht als Rolle versteht, sondern als Entwicklungsleistung:
Holen wir uns das Denken zurück. Damit die Zukunft der Führung nicht der künstlichen Intelligenz gehört, sondern menschlicher Urteilskraft.
